Schlaganfall: Daten der Global Burden of Disease Studie 2010 veröffentlicht

Der Schlaganfall ist die zweithäufigste Todesursache weltweit. Die jetzt vorliegende, bisher umfangreichste Datenanalyse zum Schlaganfall zeigt, dass der Anteil der jüngeren Menschen, die vom Schlaganfall betroffen sind, weltweit zunimmt.

Die Forscher haben weltweit Daten aus insgesamt 119 Studien zum Schlaganfall, der damit verbundenen Mortalität und der Verteilung in den Ländern, die zwischen 1990 und 2010 publiziert wurden, und als die Global Burden of Disease Studie 2010 (GDS) ausgewertet. Die Autorin Valerie Feigin und ihre Kollegen aus Auckland verglichen die Daten von 58 Studien aus Ländern mit hohen Einkommen (HEL) und 61 Studien aus Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen (NEL). Inzidenz, Prävalenz und Mortalität sowie Grad der Behinderung nach dem Schlaganfall wurden für die Länder und Regionen sowie in Abhängigkeit vom Alter (<75 vs. ≥75 Jahre) und Landeseinkommen für die Jahre 1990, 2005 und 2010 berechnet. Die Inzidenz der Schlaganfällen hat sich in den HEL um 12% signifikant reduziert [95% Konfidenzintervall (KI) 6 bis 17], während in den NEL eine um 12% (nicht signifikante) höhere Inzidenz (95% KI -3 bis 22) zu verzeichnen ist. Als positiv zu erwähnen ist die signifikante Reduktion der Mortalität sowohl in den HEL (37%; 95% KI 31 bis 41) als auch in den NEL (20%; 95% KI 15 bis 39). Die Ergebnisse sind nicht nur positiv. Zwar überleben immer mehr Menschen einen Schlaganfall (im Jahr 2010 86% mehr als 1990), insgesamt steigt die Zahl der Menschen, die einen ersten Schlaganfall erleiden (68%), daran sterben (26%) oder dadurch starke Einschränkungen haben (12%), jedoch an. Von der negativen Tendenz sind die NEL am meisten betroffen. Weiterhin bedenklich ist, dass immer mehr jüngere Menschen betroffen sind. So waren 31% der Patienten im Alter zwischen 20 und 65 Jahren. Feigin betont, dass der Schlaganfall so nicht mehr länger nur als Krankheit der alten Menschen angesehen werden darf und dass effektive Präventivmaßnahmen notwendig sind, um einen weiteren Anstieg zu verhindern. Unterschiede zeigen sich jedoch deutlich, wenn man die Länder betrachtet. Die Forscher erklären sich dies damit, dass in den NEL die Risikofaktoren wie Diabetes sowie andere kardiovaskulären Risikofaktoren ebenfalls in den vergangenen 20 Jahren zugenommen haben. Die Forscher prognostizieren, dass wenn dieser Trend anhält, im Jahr 2030 weltweit fast 12 Millionen Tote durch Schlaganfall geben werde, 70 Millionen Schlaganfall-Überlebende und 200 Millionen durch Krankheit und Tod verlorene Lebensjahre. Aufgrund dieser Erkenntnisse müssten weitere Studien durchgeführt werden, um darauf aufbauend Standards für die unterschiedlichen Länder und Populationen in der Prävention und Therapie des Schlaganfalls zu entwickeln. Quelle: Lancet Glob Health 2013; http://dx.doi.org/10.1016/S2214-109X(13)70089-5